THL 5, VU mit mehreren LKW und PKW

Die ellenlange Alarmierung am gestrigen Mittwoch gegen 12 Uhr ließ bereits bei einigen Feuerwehrkameraden nichts Gutes erahnen. Eine nicht alltägliche Alarmstufe, Technische Hilfeleistung 5 rief uns auf die Bundesautobahn 3. Unfall mit mehreren LKW/PKW – Personen eingeklemmt lautete die Durchsage der Leitstelle Nürnberg. Als ersteintreffende Feuerwehreinheit auf Höhe des Bucher Berges, oblag es uns eine umfangreiche Erkundung über die Leitplanke durchzuführen. Die erste Lage „auf Sicht“ waren die drei LKW-Fahrerhäuser, Kopf an Kopf, in sich verkeilt auf der zweispurigen Fahrbahn Richtung Norden. Die Führungskräfte der FF Adelsdorf legten ihr Hauptaugenmerk darauf nach verletzten/eingeklemmten Personen zu erkunden. Polizei und Rettungsdienstkräfte sorgten hier zügig für Entwarnung, da sie bereits sämtliche LKW-Fahrer aus ihren Fahrzeugen befreit hatten und einen provisorischen Verletztensammelplatz eingerichtet hatten. Des Weiteren wurden zwei völlig demolierte PKW oberhalb der LKWs gesichtet. Im Laufschritt eilte man ca. 100 Meter dorthin und konnte auch hier feststellen: Keine Personen mehr eingeklemmt. Die ersten Befehle an die 12-köpfige Mannschaft waren die Sicherstellung des Brandschutzes, abbinden der großflächigen Lache an ausgetretenen Betriebsstoffen sowie die priorisierte Unterstützung des Rettungsdienstes in der Versorgung der Verletzten. Nach mehreren Minuten als einzige Feuerwehr vor Ort schlugen dann Unterstützung aus allen Himmelsrichtungen an der Unfallstelle auf. Über Feldwege, Baustellenzufahrten, sowie nach Sperrung entgegen der Fahrtrichtung gelangten immer mehr Rettungsorganisationen an den Unfallort. Aus der Luft erreichten neben den einheimischen Helikoptern, Christoph Nürnberg und Christoph 27 auch der wegen der Corona-Pandemie aktuell am Flughafen Nürnberg stationierte Christoph 115 eine Wiese direkt neben der Fahrbahn. Zwei schwerverletzte wurden daraufhin in umliegende Kliniken ausgeflogen. Aufgrund der vollkommenen Blockade der Würzburger Fahrspur kam der nachfolgende Verkehr komplett zum Erliegen weshalb die Hauptkräfte aus Hessdorf, Dechsendorf und Erlangen mehrere Kilometer vor der eigentlichen Einsatzstelle sprichwörtlich bis zum Hals im Stau feststeckten. Bei eingeklemmten Personen wäre man im ersten Verlauf der Maßnahmen aufgrund von Personal und Material an seine Grenzen gestoßen, jedoch zeigt der Sonderalarmplan (Anfahrt aus beiden Richtungen) erneut wie wichtig diese Vorgehensweise ist. Nach ca. drei Stunden konnten die Kräfte wieder einrücken. Die Feuerwehr Hessdorf verblieb bis tief in die Dunkelheit und unterstütze bei der Bergung der Fahrzeug-Wracks.


Einsatzart Technische Hilfeleistung
Alarmierung Funkmeldeempfänger Sirene
Einsatzstart 24. November 2021 11:34
Einsatzdauer 3,5 Std.
Fahrzeuge HLF 20-Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug "ROSI"
GW-L 1-Gerätewagen Logistik 1
Alarmierte Einheiten Feuerwehr Adelsdorf
Feuerwehr Heßdorf
Feuerwehr Dechsendorf
Feuerwehr Untermembach
Kreisbrandinspektion
Feuerwehr Erlangen
Feuerwehr Herzogenaurach
DGL Bereitschaft (Rettungshubschrauber)
RTW
NEF
POL